Blackwater Holylight


Blackwater Holylight

Ein Gefühl der Dringlichkeit

Allison Faris, Sunny genannt, gründete vor zehn Jahren mit befreundeten Musikerinnen in Portland die Band Blackwater Holylight. Das einzig verbliebene Gründungsmitglied wird seit 2018 begleitet von Gitarristin Mikayla Mayhew und seit 2019 von Schlagzeugerin Eliese Dorsay. Sie kombinieren Doom Metal, Psychedelic Rock und Shoegaze – nachzuhören auf ihrem vierten Album „Not Here Not Gone“.


Sunny, Blackwater Holylight ist neuerdings ein Trio. Keyboarderin Sarah McKenna ist nicht mehr dabei. Warum nicht?

„Michaela, Elise und ich sind 2021 nach Los Angeles gezogen, während Sarah in Portland blieb. Sie ist verheiratet, hat ein Kind und sich gerade ein Haus gekauft. Derzeit macht sie eine Ausbildung zur Krankenschwester. Sie befindet sich also in einer ganz anderen Lebenssituation als wir Drei.

Wir haben es geschafft, die Gruppe zusammenzuhalten, auf Tour zu gehen und seit unserem Umzug zu viert weiterzumachen. Sie ist noch auf dem Album zu hören. Aber wir hatten darüber gesprochen, dass dies sozusagen das Letzte sein würde, was sie mit uns macht, bevor wir zu dritt weitermachen.“


Gibt es einen Song auf dem neuen Album, der für Dich am meisten berührt?

„Sicherlich alle. Aber für mich persönlich wäre das der letzte Song: ‚Poppyfields‘. Er ist der letzte, den wir geschrieben haben und das sehr schnell. Er handelt von meiner besten Freundin in Los Angeles, die Anfang 2025 ihr Haus durch die Brände verlor. Ich war bei ihr, als das passierte. Wir waren nicht im Haus, als es abbrannte, aber ich war danach bei ihr. Viele Menschen waren davon betroffen, aber ihre Geschichte ist besonders schwer und schön. Ich habe diesen Song für sie und ihre Erfahrung geschrieben; er bedeutet mir einfach so viel, weil ich sie liebe.

Hinzu kommt, dass der Instrumentalteil dieses Songs, wenn man die Geschichte kennt und dabei war, die Erfahrung so gut widerspiegelt, die wir in diesen Bränden machten. Der Song beginnt sehr langsam und irgendwie unheimlich. So als würden wir sagen: Okay, wir hören, dass diese Brände ausbrechen, was ist los? Das ist wirklich beängstigend. Dieser Abschnitt baut sich langsam auf, bis zu dem Punkt, an dem ein Gefühl der Dringlichkeit entsteht, so wie: Oh, wir müssen alle evakuiert werden. Dann beginnt der Song und es ist diese wirklich Tremolo-artige Black Metal-Gitarre, die sich einfach chaotisch anfühlt - weil es chaotisch war, als alle evakuiert wurden, um ihr Leben rannten und ihre Tiere nach draußen ließen, damit sie um ihr Leben rennen können. Es war für so viele Menschen verdammt beängstigend. Der Song, der Text, die Instrumentierung, die Art und Weise, wie er aufgebaut ist, alles ist perfekt und bewusst gewählt und spiegelt diese Erfahrung als Ganzes wider, Ginas Erfahrung und meine Erfahrung, für sie da zu sein. Es ist ein sehr bewusster Song. Deshalb bedeutet er mir sehr viel.“


Text: Kai Florian Becker Bild: Magdalena Wosinska

Stummsche Reithalle, Neunkirchen

Freitag, 15. Mai 2026 // 19.00 Uhr

blackwaterholylight.bandcamp.com