Franz Ferdinand


Franz Ferdinand

Die treibende Kraft

Bei Franz Ferdinand sind mittlerweile nur noch wenige Gründungsmitglieder aktiv. Das würde man nicht vermuten, wenn man sich ihr aktuelles Album „The Human Fear“ anhört. Warum das so ist, erklärt Bassist Bob Hardy, neben Sänger/Gitarrist Alex Kapranos, das einzige Urmitglied.


Bob, Du bist Engländer, aber Mitglied einer schottischen Band. Ich nehme an, es gab nie eine Art Rivalität untereinander, oder?

„Nein, nicht wirklich. Wir sind keine Nationalisten. Ich sehe Menschen über das Land hinaus, in dem sie geboren wurden.“


Wie bist Du in einer schottischen Band gelandet?

„Ich bin in Bradford im Norden Englands aufgewachsen. Mit 19 bin ich weggegangen, um in Glasgow die Kunsthochschule zu besuchen. Ich habe dort gelebt, dann Alex kennengelernt und bin schließlich mit ihm in der Band gelandet. Ich mag Schottland sehr. Als Kind sind wir jedes Jahr in den Ferien nach Schottland gefahren, in einen kleinen Ort im Südwesten. Ich habe es dort geliebt. Deshalb war ich auch aufgeregt, nach Schottland zu ziehen. Ich lebe immer noch dort. Ich bin jetzt 45, habe also mehr als die Hälfte meines Lebens hier verbracht. Es ist ein großartiger Ort.“


Ist die Geschichte wahr, dass Alex Dir das Bassspielen beigebracht hat und dass Dein erster Bass ein Geschenk vom damaligen Belle & Sebastian-Bassisten Mick Cooke war?

„Das war so. Aber die Sache mit Franz Ferdinand war ja, dass Nick (McCarthy, Ex-Gitarrist – der Verf.) eigentlich Bassist war. Er hatte an der Universität Bass studiert und Paul (Thomson, Ex-Schlagzeuger – der Verf.) konnte auch Bass spielen. Ich glaube, er spielte in seiner ersten Band Bass. Es war also eine Band fast nur aus Bassisten. Das war ziemlich gut für einen Anfänger wie mich, weil sie alle Ratschläge und Tipps hatten.“


Hast du die Kunsthochschule eigentlich abgeschlossen?

„Ja, ich machte im Juni 2003 meinen Abschluss. Wir hatten den Plattenvertrag in jenem Monat unterschrieben und dann im folgenden Monat unser Debütalbum aufgenommen.“


Die Songs auf „The Human Fear“ klingen definitiv nach Franz Ferdinand – auch wenn neue Mitglieder am Songwriting beteiligt waren. War es ein langer Prozess, um sicherzustellen, dass der Sound der Band derselbe bleibt?

„Alex ist natürlich stark am Songwriting beteiligt. Dann kommen andere Leute dazu und bringen kleine Änderungen und Verbesserungen ein und helfen bei der Struktur. Alex ist so etwas wie die treibende Kraft. Und deshalb wird es meiner Meinung nach immer nach Franz Ferdinand klingen. Auch seine Stimme ist ein so wichtiger Teil von uns. Er hat eine ganz besondere Stimme und die Fähigkeit, mit seinem Gesang Emotionen sehr schnell und direkt zu vermitteln. Sein Gesang hat etwas sehr Dramatisches, und das spiegelt sich auch in der Musik und in den Live-Auftritten wider.“


Text: Kai Florian Becker Bild: Fiona Torre

Rockhal, Esch-sur-Alzette

Freitag, 10. April 2026 // 19.00 Uhr

franzferdinand.com